Caesar (Beck Wissen) by Martin Jehne

By Martin Jehne

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Contra arma verbis. Der Redner vor dem Volk in der späten römischen Republik

Die Redekunst vor dem Volk im 1. Jahrhundert v. Chr. als aspect der politischen Strategie der Politiker sowie die paintings und Weise, wie ihre Reden die Bevolkerung Roms erreichten und diese beeinflussten, sind die Hauptthemen dieses Buches. Die romischen Volksversammlungen (contiones) werden als Schauplatz der politischen Debatte, als Rahmen fur eine direkte Verbindung mit der Plebs, als Quelle der Popularitat eines Redners sowie der politischen Propaganda untersucht.

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Noch bevor er seine Praetur am 1. Januar 62 antrat, machte Rom eine Krise durch, die Caesar einen großen Auftritt im Senat bescherte: die Catilinarische Verschwörung. Der große Redner und Literat Marcus Tullius Cicero, dessen zu einem beachtlichen Teil erhaltenen Schriften es zu verdanken ist, daß wir über die nachsullanische Republik so viel wissen wie über keine andere Periode der Antike, war 63 Consul, eine ganz ungewöhnliche Ehre für einen „Newcomer“. Sein Konkurrent Lucius Sergius Catilina fiel im selben Jahr zum zweiten Male bei den Consulwahlen durch und befand sich nun in der Lage, die vor kurzem auch Caesar gedroht hatte: Er war in seinen Karriereambitionen schmählich gescheitert und zugleich hoffnungslos verschuldet, so daß er sich nur noch von einem radikalen Umsturz die Sanierung seiner Finanzen und die Wiederherstellung seiner gekränkten Ehre erhoffen konnte.

Die Anziehungskraft von Gallia Cisalpina bestand zweifellos auch darin, daß der dortige Statthalter von Oberitalien aus engen Kontakt nach Rom halten konnte und so in der Lage war, Einfluß auf die Innenpolitik zu nehmen; das war in Caesars Lage wichtig und wäre etwa von Syrien aus nicht organisierbar gewesen. Zudem wohnten in dieser Provinz große Mengen römischer Bürger, da das Gebiet südlich des Po komplett eingemeindet worden war; man konnte also in der Cisalpina Legionen rekrutieren und auch schon einmal Anhänger zu den Wahlen nach Rom reisen lassen.

Von beiden Seiten her betrachtet, sind also die Verhaltensweisen nachvollziehbar, nur daß im Endergebnis genau das geschah, was eigentlich verhindert werden sollte: Die Römer rückten vor, und das Kräfteverhältnis zwischen den gallischen Stämmen destabilisierte sich. Caesar kam diese konfliktschürende Gesamtlage zweifellos entgegen, wie schon daran zu sehen ist, daß er schnell und bereitwillig in das Land der Beiger vorstieß und so aus einer bedrohlichen Verschwörung einen Krieg machte. Obwohl die Beiger halbe Germanen waren und als die tapfersten unter den Galliern galten, konnte Caesar sie recht schnell auseinanderdividieren und zum Anschluß nötigen.

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