Die Goldene Regel. Eine Einführung in die Geschichte der by Albrecht Dihle

By Albrecht Dihle

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Contra arma verbis. Der Redner vor dem Volk in der späten römischen Republik

Die Redekunst vor dem Volk im 1. Jahrhundert v. Chr. als point der politischen Strategie der Politiker sowie die paintings und Weise, wie ihre Reden die Bevolkerung Roms erreichten und diese beeinflussten, sind die Hauptthemen dieses Buches. Die romischen Volksversammlungen (contiones) werden als Schauplatz der politischen Debatte, als Rahmen fur eine direkte Verbindung mit der Plebs, als Quelle der Popularitat eines Redners sowie der politischen Propaganda untersucht.

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1. aaiachen und helleniatiachen Zeit, der die Norm seines Handelna in sich trägt und aur die Belohnung durch seine Umwelt nicht mehr angewiesen ist. Du Bild des muUtrj, zeichnet sich schon in der urbanen Gesittung des 5. Jahrhunderts vor dem Einsetzen der großen philosophischen Ethik ab. In welchem Umfang bei seinem Entwurf auch der Gedanke des Vergeltungaverzichtea eine Rolle spielt. kann eine Episode aus dem Geschichtswerk Herodota illustrieren. die wie viele andere auch Herodota Affinität zur Sophistik beweist (vgI.

1li . . . . . , vielmehr ist er dem alten Misanthropen zu Hilfe geeilt und hat sich an seiner Rettung beteiligt. In den zitierten Versen spricht der Misanthrop selbst und legt sich also über seine eigene, verfehlte Einstellung gegenüber seinen Mitmenschen Rechenschaft ab. Daß er dann im weiteren Verlauf' des Stückes sein Wesen nicht ablegt, ändert nichts an seiner und der Zuschauer Einsicht in die Verfehltheit aller Misanthropie. Diese nährt sich insofern aus dem Vergeltungsprinzip, als der Menschenfeind um jeden Preis vermeiden möchte, irgendeinem etwas schuldig zu sein, denn er vermag sich nicht vorzustellen, daß Wohltat auch einmal ohne die Erwartung einer Vergeltung geübt, Kränkung auch einmal ohne das Bedürfnis nach Rache empfangen 1 Eine Definition dessen.

Ein moralisches Urteil (hraL"lJlI) und eine Verbindung der Neigungen und Interessen (tp,utlJ) sollte man darum nur auf solches Tun deli Anderen gründen, das man auf dessen eigene Intention zurückführen kann. Die Gesinnung ist wichtiger als das Tun. Ähnliches ergibt sich aus Xenophanes' großer Elegie (1,15f. D). Herodot (6,86) erzählt die Anekdote, nach der ein gewisser Glaukos ein Depositum unterschlagen wollte und zu diesem Zweck den delphischen Apollon fragte, ob er das anvertraute Gut zurückgeben mÜIl8e.

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