Dinge und Undinge: Phänomenologische Skizzen by Vilém Flusser

By Vilém Flusser

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Contra arma verbis. Der Redner vor dem Volk in der späten römischen Republik

Die Redekunst vor dem Volk im 1. Jahrhundert v. Chr. als aspect der politischen Strategie der Politiker sowie die paintings und Weise, wie ihre Reden die Bevolkerung Roms erreichten und diese beeinflussten, sind die Hauptthemen dieses Buches. Die romischen Volksversammlungen (contiones) werden als Schauplatz der politischen Debatte, als Rahmen fur eine direkte Verbindung mit der Plebs, als Quelle der Popularitat eines Redners sowie der politischen Propaganda untersucht.

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Es wird nämlich immer ersichtlicher, daß die Hand die informierten Dinge nicht etwa in Ruhe läßt, sondern daß sie weiter an ihnen herumfuchtelt, bis sich die in ihnen enthaltene Information abwetzt. Die Hand verbraucht die Kultur und verwandelt sie in Abfall. Nicht also zwei, sondern drei Welten umgeben den Menschen: die der Natur, die der Kultur und die des Abfalls. Dieser Abfall wird immer interessanter: Ganze Wissenschaftszweige wie die Ökologie, die Archäologie, die Etymologie, die Psychoanalyse sind mit dem Studium des Abfalls beschäftigt.

Nur versucht man beim Genießen eine andere Methode, die Verfremdung zu überwinden. Man versucht nicht, den Wald zu sich zu heben und so die dialektische Spannung zwischen sich und dem Wald aufzuheben, sondern man versucht, in den Wald wieder einzutauchen und so die dialektische Spannung zwischen sich und dem Wald ungeschehen zu machen. Vom Standpunkt der ersten Methode erscheint die zweite reaktionär, und vom Standpunkt der zweiten erscheint die erste als radikale Verfremdung. Aber von einem reflektierenden Standpunkt, der beide Methoden in den Griff nimmt, erscheinen sie als komplementäre Methoden, und beide sind gleich problematisch.

Und in dieser doppelten, »Verzweiflung« genannten Spaltung kann er vielleicht eine Brücke schlagen zwischen Nichts und Nichts: nämlich Äste suchen, die für Stöcke verwendet werden können. Denn was ist ein Stock, wenn nicht das Nichts, das der Ast ist, und das Nichts, das das Stock-sein-Sollen des Asts ist? Doppelte Verneinung. Was also sind Stöcke? Vier Seinsarten der Stöcke wurden beschrieben. Man kann sie so definieren: Stöcke sind Werke, welche entstehen, wenn eine Theorie in der Praxis angewandt wird.

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