Geschichte schreiben mit Foucault by Jürgen Martschukat

By Jürgen Martschukat

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Contra arma verbis. Der Redner vor dem Volk in der späten römischen Republik

Die Redekunst vor dem Volk im 1. Jahrhundert v. Chr. als aspect der politischen Strategie der Politiker sowie die paintings und Weise, wie ihre Reden die Bevolkerung Roms erreichten und diese beeinflussten, sind die Hauptthemen dieses Buches. Die romischen Volksversammlungen (contiones) werden als Schauplatz der politischen Debatte, als Rahmen fur eine direkte Verbindung mit der Plebs, als Quelle der Popularitat eines Redners sowie der politischen Propaganda untersucht.

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Sie haben dem geschichtlichen Blick nicht nur neue Felder und Themen eröffuet, son­ dern ihn auch in einer Art theoretisch neu konstituiert, die den Platz der Geschichte in der jeweiligen Ordnung des Wissens fundamental verändert hat. Seit Marx muss sich jedes Wissen vom Menschen der sozio-ökonomischen Frage stellen, und seit Foucault entkommt es nicht der Problemtrias von Wissen, Macht und Wahrheit. " 8 Die umfassendste Kritik dieses Marxismus findet sich in: GYT, bes. 10ff. 9 AR, 659. 1 0 MiE2; er bemßngelt hier eine ,,gewisse Nachilissigkeit im Umgang mit dem historischen Materi­ al" (80) und die schwache Ambition, "Geschichte im eigentlichen Sinne [zu] treiben" (86).

Ihr Zusammen­ prall seit Beginn des 17. Jahrhunderts beschert dem modemen historischen Bewusst­ sein eine besondere WidersprUchlichkeit und Dynamik. Für Foucault findet die histo­ rische Praxis immer in einem umkämpften Feld statt, und hier verortet er auch seine Genealogie. 3s Foucault selbst reklamierte sie als Beiträge zu einer "Geschichte der Besiegten",36 mit denen er in die bestehenden Kräftever­ hältnisse eingreifen wollte, um sie zu verändern. Der radikale historische Blick, den Foucault pflegt, verwandelt aber nicht nur den Ort der historischen Rede, er erzwingt auch neue Kategorien.

26 Habermas, (Anrn. Genealogie" (Anrn. 4). 27 Bublitz, "Differenz", 230f(Anrn. 4). 37 In der "Archäologie des Wissens, aB nimmt Foucault eine Unterscheidung der do­ kumentarischen und der monumentalen Methode vor und grenzt sie voneinander ab: Demnach benutzt die dokumentarische Methode diskursive Ereignisse als Doku­ mente rur eine ihnen zugrundeliegende Geschichte. Sie ist nicht am Diskurs selbst interessiert. Ihr Interesse gilt vielmehr dem, was der Diskurs ausdrUckt. Das Doku­ ment setzt immer eine vordiskursive Realität voraus, welcher der Diskurs unterge­ ordnet ist und deren Wahrheit er letztlich ausdrUcken soll.

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