Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter. Von Edel-Eltern und by Anja Maier

By Anja Maier

Was once ist nur mit den Eltern los? Kaum haben sie ihr "Jetzt wird's aber Zeit"-Kind, wird es zum sinnstiftenden Projekt. Egal, ob bei der Wahl von Kita und Schule, beim Kauf von Kleidung oder der richtigen Wohnung - das Beste scheint gerade intestine genug. Das type wird zum Statussymbol. Aber muss wirklich alle Welt Rücksicht nehmen, nur weil Eltern mit ihrer Fortpflanzung das Land vor der Vergreisung retten? Wächst eine iteration kleiner Egoisten heran?

Anja Maier hat Familien im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg beobachtet und feststellen müssen, dass aus dem Szeneviertel eine kuschelige Kleinstadt geworden ist. Ihre Geschichten sind vor allem eines: erschreckend wahr, manchmal tragisch - und vor allem urkomisch.

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Contra arma verbis. Der Redner vor dem Volk in der späten römischen Republik

Die Redekunst vor dem Volk im 1. Jahrhundert v. Chr. als point der politischen Strategie der Politiker sowie die artwork und Weise, wie ihre Reden die Bevolkerung Roms erreichten und diese beeinflussten, sind die Hauptthemen dieses Buches. Die romischen Volksversammlungen (contiones) werden als Schauplatz der politischen Debatte, als Rahmen fur eine direkte Verbindung mit der Plebs, als Quelle der Popularitat eines Redners sowie der politischen Propaganda untersucht.

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Das heißt Kiezkind und liegt auf dem Helmholtzplatz, einem großen Viereck, das von kundigen Stadtplanern begrünt und bebankt wurde. Hier trifft sich tout Prenzlauer Berg. Alles, was über Kinder verfügt, steuert gern das Karree an, und wer keinen Nachwuchs bei sich führt, muss sich verlaufen haben oder Tourist sein. Aus dem alten Trafohaus, von dem aus einst die Anwohner mit Strom versorgt wurden, wurde vor Jahren das Café Kiezkind. Schon von Weitem sieht man, wer hier Stammgast ist: Vor dem Eingang stehen die schwarzen Boogaboo- und Peg-Perego-Kinderwagen in Reih und Glied; schnittige Lauflernräder im angesagten Tattoo-Design der Saison wurden vor der Tür von ihren kindlichen Besitzern achtlos in den Staub geworfen.

Wer hier im Bezirk unter fünfzig ist und nicht einen Unter-eins-dreißig-Menschen mit sich führt, muss lesbisch, schwul oder gynäkologisch beeinträchtigt sein. In riesigen Pulks trecken die Buggy-Armadas die Straßen entlang, auf den Gehwegen schlingern späte Mütter verkehrswidrig und lebensbedrohlich mit Kindern auf Fahrradstange und Rücksitz herum. Sie machen dabei so viel Lärm, wie sie wollen, und wenn ein Kind gesenkten Blicks in einen Passanten rennt, erntet der vorwurfsvolle Blicke, weil er dem kostbaren Nachwuchs nicht regelgerecht ausgewichen ist.

Die »Mitstreiter« haben über den betreuenden Anwalt ausrichten lassen, dass vierbeinige Freunde auf den Gemeinschaftsflächen unerwünscht sind. «, frage ich. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei um alle Wege und Treppenhäuser, den Garten, den hauseigenen Spielplatz und die für alle zugängliche Dachterrasse handelt. Also im Grunde müssten die Hundehalter ihr Tier an der Gartenpforte anleinen, ihm einen Maulkorb verpassen und es dann gesenkten Blickes in die geschlossenen Räumlichkeiten abführen.

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