Natur und Freiheit: Eine Untersuchung zu Kants Theorie der by Jyh-Jong Jeng

By Jyh-Jong Jeng

Die vorliegende Studie zeigt, inwieweit Kant in der Kritik der Urteilskraft versucht, die Prinzipien der theoretischen und der praktischen Philosophie durch das blo? subjektive transzendentale Prinzip der Urteilskraft zu einem procedure zu verbinden. Auf der Sachebene steht damit das challenge des ?bergangs von der Natur zur Freiheit im Zentrum der Untersuchung. Viele Kantinterpretationen betrachten diesen ?bergang entweder als unm?glich oder suchen die M?glichkeit einseitig unter der Perspektive der moralischen Freiheit zu kl?ren. Dagegen setzt der Verfasser auf eine eingehende examine der Selbstgesetzlichkeit der Urteilskraft in ihrer Struktur und Funktion und legt damit eine Gesamtinterpretation der Kritik der Urteilskraft vor, die sich an alle wendet, die ein intensives Kantstudium anstreben.

In der Bestimmung der Urteilskraft als Verm?gen der „Darstellung'' und „Reflexion'', was once mit der innerteleologischen Auffassung der Kantischen Vernunft ?bereinstimmt, welche die Vernunftkritik voraussetzt, tritt der Zusammenhang mit der ?sthetischen Urteilskraft deutlich hervor. Als ausf?hrende Instanz der Vernunftprinzipien bringt die Urteilskraft in ihrem reflektierenden Wirklichkeitsbezug das Zusammenwirken der Erkenntnisverm?gen ans Licht. Die Einheit der drei Kritiken sowie die Einheit der beiden Hauptteile der Kritik der Urteilskraft selbst lassen sich nicht nur dadurch begreiflich machen, sondern der ?bergang vom Sinnlichen zum ?bersinnlichen gewinnt auch eine pragmatische Bedeutung im Kantischen Sinne.

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Vgl. dazu P. Schulthess S. 272, 239. – Die mathematische Funktion wird durch drei Momente festgelegt: 1. Definitionsbereich (hier: Menge von Vorstellungen, die sich mittelbar oder unmittelbar auf Gegenstände beziehen), 2. Wertebereich (hier: Menge von den Urteilen als Funktionswerte, den Ergebnissen des Urteilens) und 3. Funktionsvorschrift (Zuordnungsanweisung, oder unter irgendeiner Bedingung stehend, wie Kant es formuliert). Funktion ist also die Handlung, Elemente vom Definitionsbereich nach vorgegebener Zuordnungsvorschrift eindeutig zu Elementen des Wertebereiches abzubilden.

Es gibt zwei Möglichkeiten für die Spezifikation: entweder die Notwendigkeit der empirischen Gesetze gründet sich auf eine mathematische Konstruktion der den Gesetzen zugrundeliegenden Begriffe, wobei die Spezifikation folglich konstruktiv und apodiktisch gewiß ist, oder die Notwendigkeit derselben ist bloß induktiv und analogisch, also klassifikatorisch, wobei die Spezifikation dann nur »distributiv« (KrV, A644/B672) ist und solche besonderen Gesetze nur empirische Gewißheit haben können (vgl.

10 »Ein Begrif hat vermöge seiner Gemeingültigkeit die function eines Urtheils. Er bezieht sich auf andere Begriffe potentialiter. Die [w]irkliche Beziehung eines Begrifs auf andere als ein Mittel ihrer Erkentnis ist das Urtheil. […] Ein Urtheil ist die Einheit eines Begrifs aus dem Verhältniß (Verknüpfung) verschiedener Begriffe« (R3045, XVI630). Es ist aber zwischen Begriff und Urteil zu unterscheiden. Begriffe werden in Urteilen gebraucht. Begriffe als Prädikate möglicher Urteile sind noch keine Urteile, sondern enthalten Bedingungen zu Regeln (bzw.

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